{Werbung} Summer Twist – ein Wickelkleid im Probenähen
13. Juli 2019

Arja und Muksu mit Baby

Ich mag ja eigentlich Pullover vom optischen mehr, aber kennt ihr das? Ihr zieht einen Pullover an und es schaut einfach Furchtbar aus an euch? Mitunter war das ein Grund, wieso ich aufgehört habe, Oberteile für mich zu häkeln/stricken. Aber nicht nur das optische finde ich blöd, auch das praktikable beim ausziehen. Man zieht sich da ja nicht nur den Pullover aus, sondern auch gleich das Shirt und die halbe Unterwäsche. Aus den Gründen habe ich meistens Westen an. Mit denen kann man dann auch die Temperatur besser kontrollieren weil es nicht nur heiß oder kalt gibt. Aber diese Kapuzenwesten mag ich nicht bei jeder Geegenheit. Außerdem ist es gefühlt egal welches Schnittmuster man nimmt, es schaut immer nach Schema F aus. Nicht, dass man da viel anders machen kann, aber trotzdem hat die Jacke Arja anders ausgesehen.

Ich weiß nicht mehr, was genau das ausschlaggebende war, dass ich sie mir gekauft habe, aber letztendlich lag der Schnitt dann doch auf meinem Zuschneidetisch. Meine erste Arja habe ich schon im November 2017 genäht und irgendwie kamen dann immer andere Schnitte dazwischen (ihr kennt das sicher), die man dann unbedingt auch noch nähen will.

Kurz bevor ich die Jacke genäht habe, habe ich bei Andrea von Liebedinge noch eine Softshelljacke (glaube ich mich zu erinnern) gesehen, wo sie nicht nur eine Kapuze genäht hat, sondern auch zusätzlich noch einen Bündchenkragen. Die Idee fand ich so toll, dass ich es gleich selbst probieren wollte. Mit mäßigem Erfolg. Ich hatte irgendwo einen Denkfehler und so habe ich den Beleg nicht sauber hinbekommen. Macht mir persönlich nichts. Ich trage sie im Winter trotzdem gerne weil sie mit dem zusätzlichen Kragen auch ohne Kapuze schön warm hält.

Als ich dann letzten Herbst im Mutterschutz war, wollte ich mir dann aus der Arja eine Jacke für draussen nähen inkl Trageeinsatz damit ich mit dem kleinen Mann auch mal tragenderweise nach draussen kann. Allerdings hat sich meine Nählust im Sommer irgendwie verabschiedet und so bin ich natürlich nicht mehr dazu gekommen eine Tragejacke zu nähen. Schlussendlich habe ich es dann aber auch mit Baby innerhalb von (ich glaube) einem Monat geschafft, die Jacke mit Trageeinsatz zu nähen. Mit Baby auf den Bauch geschnallt versteht sich. Haha.

Das Material

Da es sich dabei um eine Jacke für draussen handelt, habe ich mich für eine Art Walk aus Kunstfaser entschieden. Ich hatte den Stoff fälschlicherweise von Driessenstoffen geschickt bekommen und nachdem mir der eigentlich bestellte Stoff nicht so sehr abgegangen ist, habe ich diesen behalten. Das Gute an dem Material ist, dass er ein Double Face ist. Das heißt, ich konnte mir die Farbe aussuchen da eine Seite schwarz und die andere seite blau ist. Zusätzlich ist es angenehm warm, leicht windundurchlässig und man schwitzt darin nicht so wie zB in manchen Softshelljacken.

Um trotzdem noch einen zusätzlichen Schutz für den Kleinen zu haben, habe ich den Trageeinsatz mit Sommersweat gefüttert. Doppelt den Walk wäre sicher auch möglich gewesen, allerdings kam mir das etwas zu dick vor.

Die Größe

Bei meiner ersten Arja habe ich die Größe laut Maßtabelle genäht. Allerdings ist sie mir zu groß. Nachdem es ja keine Jacke für draussen sein sollte hätte ich sie sicher um 1-2 Größen kleiner zuschneiden können. So ist es jetzt einfach eine Kuscheljacke die auch zu Weihnachten die Kekse oder den Bratenbauch versteckt. Hihi. Für die Tragejacke habe ich mich nicht nochmal ausgemessen und habe wieder die gleiche Größe zugeschnitten. Also eine 50. Nicht nur, weil sie diesesmal ja für draussen gedacht ist und somit einiges drunter angezogen wird, sondern auch weil sie auch von meinem Mann getragen werden sollte. Für mich passt sie somit ganz gut, wenn ich noch ein paar warme Schichten drunter tragen will und meinem Mann passt sie auch. Ausserdem ist es auch ohne hundert Schichten drunter recht angenehm weil sie nicht so eng anliegt.

Die Jacke

Anders als bei der Fleecejacke, habe ich diesmal die Taschen mit Reißverschluss versehen damit man noch schnell den Schlüssel einstecken kann ohne ihn zu verlieren. Und mit Baby ist eine verschließbare Tasche sowieso nicht verkehrt weil man ständig etwas einzustecken hat.

Auch die Kombination aus Kapuze und zusätzlichem Kragen habe ich nicht gemacht. Irgendwie bin ich aus dem Kapuzenalter raus bzw. ist sie maximal nur ein Dekoartikel bei mir. Ich weiß nicht ob es an meinem Kopf liegt oder daran, dass Kapuzen bei großen Größen einfach eigenartig gradiert werden, aber egal wann und wo ich eine Kapuze habe wird sie sowieso bei jedem Windstoß runtergeblasen oder durchs gehen. Deswegen habe ich mich diesmal für den großen Kragen entschieden und ich muss sagen, dass es nicht verkehrt war. Der kragen hält super warm und es wirkt dadurch auch irgendwie erwachsener.

Damit die Jacke auch von meinem Mann getragen wird, habe ich die schwarze Seite aussen gemacht. Um sie trotzdem nicht langweilig schwarz zu haben, habe ich mich bei den Tasche für die blaue Seite entschieden. So hat man wenigstens einen kleinen Farbtupfer wenn der Reißverschluss offen ist.

Der Trageeinsatz Muksu

Puh. Jetzt kommt das schwierigste Thema dieser Jacke. Ich weiß gar nicht, wie ich es genau sagen soll. Begonnen hat es schon mit der Auswahl des Verschlusses oben. Wann nehme ich 5, 7,5 oder die 10cm? Nach kurzer Nachfrage in der Näähglück Facebookgruppe habe ich dann die 10cm genommen weil man dann ja den Verschluss bzw. die Druckknöpfe auch in mehreren Reihen machen kann. Mir war es unter anderem auch wichtig, dass ich nicht bei jedem Wachstumsschub einen neuen Einsatz nähen muss.

Schön hätte ich es auch gefunden, wenn am Schnittteil nicht nur die Länge des Reißverschlusses gestanden wäre, sondern auch sowas wie z. B. „Arja Größe 40, 42, … 48, 50,….“ damit man nicht extra wieder zum Schnittmuster der Jacke zurück gehen oder direkt an der Jacke abmessen muss. Dann kam die Entscheidung: mit oder ohne Kapuze für den Kleinen, mit oder ohne Gummiband, und was man sonst noch für Möglichkeiten hätte.

Ich habe mich dann für einen Tunnelzug fürs Genick entschieden und für ein Bündchen um die Kapuze weil ich mir dachte, dass er sowieso eine Haube auf haben wird und somit hier kein Gummiband notwendig ist.

Genäht war der Trageeinsatz dann eigentlich recht unkompliziert, nur dass der Übergang Kapuzenbündchen und Trageeinsatz ein ziemlicher Pfusch ist weil ich dss bis heute noch nicht kapiert habe was wo zwischengefasst werden muss.

Nichts für mich

Im Endeffekt war mir dann der Pfusch recht egal weil ja sowieso keiner so nahe kommt, dass es auffällt. Außerdem ist mir dann in der Praxis aufgefallen, dass ich vielleicht gar keine Tragemama bin. Zu Hause fand ich die Trage schon super weil er sich leicht beruhigen ließ wenn er Mamas Nähe braucht, Mama aber was machen will. Unterwegs war sie bei Weihnachtsmärkten auch super, aber im Großen und Ganzen bekam ich nur Kreuzweh von der Tragerei und ich musste ständig reinhören weil er noch so klein war, dass man nicht mal mitbekommen hat, ob er überhaupt schläft oder wach ist. Aber auch das Anlegen und auch wieder ausziehen (von mir) empfinde ich als super aufwändig … zumindest im Winter. Ausserdem bin ich wohl so verbaut, oder er einfach so klein gewesen, dass der Kopf kaum bis zur Öffnung gekommen ist und somit ständig ein Loch war weil ja die Kapuze nach hinten runtergehängt ist. Und die Blende zum zumachen (damit es bei mir nicht reinzieht) konnte ich auch nicht schließen, weil ich dann nichts mehr gesehen und er wohl auch keine Luft bekommen hätte.

So hätte es ausgesehen, wenn ich die Blende geschlossen getragen hätte. Es gab keine Chance, dass hier der Kopf rausgekommen wäre weil er gar nicht bis dahin kam.
So sieht es dann ohne Baby aus.

Stellt sich jetzt nur die Frage ob ich tatsächlich keine Tragemama bin, irgendwas hätte geändert werden müssen oder ob er einfach fürs rausgehen mit Jacke einfach zu klein war. Wäre er im Sommer zur Welt gekommen wäre es im Winter vielleicht schon anders gewesen. Dieses Jahr werde ich dann wohl im Winter nicht mehr tragend unterwegs sein denke ich. Aber vielleicht lasse ich mich ja noch überraschen. In der Beschreibung zum Trageeinsatz gibt es noch eine Anleitung, wie man sich das ganze für sein Kind anpassen kann, aber dann hätte ich wieder das gleiche Problem, welches ich ja vermeiden wollte. Beim nächsten Größenschub wäre eventuell ein neuer Einsatz fällig gewesen.

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist dass die Jacke mit dem Trageeinsatz um mehrere Häuser zu groß gewesen ist. So, dass es richtig unangenehm wurde weil somit von unten der Wind auch schön rein konnte. Auch das würde darauf hindeuten, dass man den Einsatz nicht mit einem 1-3 Monate altem Baby verwenden sollte. Schön wäre es gewesen, wenn eventuell noch so ein Gummiband zum schnüren über den Rücken vom Baby gewesen wäre. Das hab ich schon mal bei gekauften Trageeinsätzen gesehen. Also das würde ich noch empfehlen. So liegt die Jacke wenigstens bei dem Kleinen enger an.

Fazit

Jacke für mich Top, Trageeinsatz Flop (weil ich keine Tragemama bin). Bei der Jacke mag ich, dass sie erstens mal Abnäher hat. Das finde ich sowieso super, weil es somit besser Anliegt und nicht gleiche eine Tonne aus einem macht. Zusätzlich finde ich das Rückenteil toll, weil es echt viel Spielraum lässt. Sowohl für leichte Anpassungen, als auch Colourblocking mäßig. Aus einer Farbe wirkt es schlicht, aus mehreren (und anderem Material) wie eine Sportjacke. Ausserdem macht es durch die Linienführung eine schöne Figur.

Bei den Fotos sollte man im Hinterkopf haben, dass ich sie größer genäht habe damit sie meinem Mann und mir passt. Dementsprechend wirkt es bei mir auch leicht wie eine Tonne. Schaun wir mal. Vielleicht nähe ich mir für den nächsten Winter noch eine. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht 100 Jacken im Kasten.

Wissenswertes

Stoff
Double Face Wolle von Driessenstoffen

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