{Anleitung} Marilyn – wie man das Vorderteil füttert
26. Juni 2019

{Werbung} Summer Twist – ein Wickelkleid im Probenähen

Bei diesem Beitrag handelt es sich um Werbung, da ich dafür das Schnittmuster kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe.
Die Stoffe wurden alle von mir selbst gekauft.

Wie der Titel schon sagt habe ich seit langem wieder einmal bei einem Probenähen teilgenommen. Ich bewerbe mich so gut wie nie für Probenähen weil ich das ganze irgendwie zu stressig finde. Als ich den Aufruf von Maike von Schnittherzchen mit dem Wickelkleid Summer Twist gesehen habe wusste ich, dass ich mich hier unbedingt bewerben muss.

Ich habe zwar schon den ein oder anderen Schnitt von ihr, aber die schlummern irgendwie alle auf der Festplatte. Ja, ich versteck mich eh schon. Für Summer Twist habe ich mich deswegen beworben, weil es endlich ein richtiges Wickelkleid ist und ich schon länger nach einem Wickelkleid gesucht habe, das mir auch optisch gefällt und nicht viel Schnick Schnack dran hat. Außerdem kam es gerade rechtzeitig für den nächsten Kroatienurlaub und für den wachsenden Bauch.

Wie ich die Info von Maike bekommen habe, dass ich beim Probenähen dabei bin war ich natürlich hellauf begeistert. Ob das wirklich so eine gute Idee war weiß ich bis heute nicht. Dadurch, dass man das Oberteil oben doppelt, wird das ganze schon etwas aufwändiger als zuvor gedacht, mit dem habe ich nicht gerechnet. Dafür hat man dann aber ein schönes Teil an der Hand, wo man nicht irgendwo aufpassen muss dass der Saum rausblitzt oder wie viel man jetzt tatsächlich umschlagen muss.

Zum Schnitt

Wie schon oben geschrieben, war ich sehr von Maikes Probeteil angetan und habe mich auch deswegen beworben. In der Gruppe fürs Probenähen angekommen sah ich gleich mal das erste Beispiel von Julia ala Stofftraum. Und ich steh ja auch Julia. Sie hat immer so schöne Bilder und schaut auf denen wahnsinnig gut aus.

Auf die Curvy Version musste ich leider noch warten da Maike gerade erst am fertig stellen war. Das hatte den Vorteil, dass bereits ein paar der nicht Curvys schon erste Erfahrungen gemacht haben. Und jetzt zum stressigen Teil. Ich glaube, am Donnerstag konnte ich dann mit kleben, abpausen und zuschneiden beginnen. Dann der Schock … mit Sonntag sollten wir schon die erste Passformmeinung abgeben. Hui das hieß dann natürlich sputen.

Nachdem das erste Probeteil genäht war, fand ich das Oberteil für die Hupen etwas zu kurz. Laut Originalschnitt hätte es irgendwo im unteren drittel der Brust geendet. Heißt, man hätte die Quernaht für das Unterteil zu weit oben gehabt. Zumindest für meinen persönlichen Geschmack. Ich mag es, wenn man gut sitzende Kleidung hat wo man dann nicht sofort sieht, dass es eigentlich für kleinere Möpse gestaltet ist. Das hat mich auch immer schon an Kaufkleidung gestört.

Hat man also ein G-Körbchen, dann würde ich empfehlen das Oberteil zu teilen und um 2 bis 3 cm zu verlängern. Ich habe 2 cm genommen. Und so sitzt es schön unterhalb der Brust. Nicht vergessen, dass auch das Rückenteil natürlich verlängert werden muss. Und weil wir schon dabei sind. Ich habe ja noch keine Schnitte von Schnittherzchen genäht somit stand ich gleich mal bei der Herausforderung dass ich zuerst zu wenig Teile zugeschnitten habe.

Ich bin es gewohnt, dass bei den Schnittteilen steht wie oft sie zugeschnitten werden. Das steht auch so in der Anleitung. Ich dachte allerdings, dass „Stoff doppellagig legen, im Bruch, die Teile werden gegengleich zugeschnitten“ sowieso der Standard ist. Dementsprechend verstand ich unter 2x Vorderteil, 2x Träger usw., dass man eben das Vorderteil 2x hat. Dass damit 2x doppellagig gemeint ist, hab ich Anfangs irgendwie verpeilt. So hat halt jeder Schnittersteller andere Schreibweisen. Bei manchen steht 1x gegengleich, bei anderen 2x und dann halt 2x doppellagig.

Stoff

Also, vergesst nicht, dass das Oberteil gedoppelt wird, sonst geht sich vielleicht der Stoff nicht aus. Apropos Stoff. Unter anderem wird natürlich Jersey als Stoff empfohlen und ich wusste eigentlich von Anfang an, welchen Stoff ich dafür aus meinem streng gehüteten Streichelstöffchenvorrat nehmen will. Den roten Art de Cat EP von Zwirnpiraten hatte ich mir schon zu Weihnachten bestellt da er im Adventkalender mit wahnsinnigen 11,90 gewesen ist. Um den Preis musste ich damals einfach zuschlagen. Noch dazu wo gerade „zufällig“ ein Gutschein unterm Christbaum gelegen ist.

Dabei war ich mir anfangs so gar nicht sicher ob das ein Stoff für mich ist und ich war mir auch mit dem Schnittmuster gar nicht sicher weil es doch eine kräftige Farbe ist und ich auf keinen Fall irgendein Colourblocking machen wollte.

Weil ich ja schon wusste, dass ich aus dem Stoff wohl ein Kleid nähen werde, habe ich mir sicherheitshalber 3 Meter bestellt. Blöderweise würde man aber bei dem Schnitt bei Größe 46 2,7m und bei Größe 52 3,4m benötigen. Ausgemessen hatte ich Größe 52, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich ständig Ausgemessene Größe -1 nähen muss weil es sonst zu groß wird. Geht es sich also mit 3m noch aus oder brauche ich schon 3,4m? Aus irgendeinem Grund war ich der festen Meinung, dass ich mit meinen 3 Metern nicht so weit kommen würde, deswegen habe ich dann ganz panisch bei Sandra von den Zwirnpiraten nachgefragt ob es denn einen passenden Kombistoff geben würde. Im Geschäft haben wir dann geschaut und ich habe mich für einen hübschen Jersey in heller Beere entschieden. Es sollte ja sowieso „nur“ für die Innenseite sein.

Und was soll ich euch sagen? So unsicher ich mir beim Kauf des Stoffes war, so wahnsinnig toll finde ich es in Kombination mit diesem Kleid. Ach ja .. und 3m sind leider in Größe 50 mit Muster so gar nicht genug. Mit Stoffen, wo das Muster egal ist, oder bei Unistoffen, sind 3m absolut kein Problem. Ich hatte nur einen Denkfehler beim berechnen des Stoffverbrauches. Die Blumen. Damit sich das ganze nämlich auf 3m ausgeht, muss man den vorderen Rockteil nämlich einmal normal und einmal über Kopf auflegen. Cat Wienett (die Designerin des Stoffes), hat mir dann aber gesagt, dass es bei dem Stoff egal sein müsste deswegen habe ich es dann einfach mal probiert und ich kann euch sagen, es fällt so gar nicht auf.

Webware

Aufgrund des Zeitdruckes vom Probenähen, und natürlich weil ich es noch vor dem Urlaub haben wollte, war ich dann wirklich rasch mit meinem Kleid fertig. Deswegen dachte ich mir, dass das doch ein Wickelkleid ist und es doch somit auch aus Webware kein Problem sein könnte mit der Größe.

Deswegen habe ich kurzerhand eine meiner Ikea Bettwäschen genommen und zerschnibbelt. Und? Wer liegt noch so im Bett auf meinem Kleid? 😀

Prinzipiell sage ich, dass es wunderbar auch aus Webware genäht werden kann. Man muss nur beachten, dass bei Größe 50 das Oberteil eine Minderweite von ein paar Zentimetern hat. Das heißt, bei Jersey muss man das Oberteil ganz leicht gedehnt an den Rock annähen. Das geht bei Webware selbstverständlich nicht. Messt euch dafür am Besten beide Rockteile aus und gebt die fehlenden Zentimeter beim Oberteil dazu. Bei mir war das nur beim Rückenteil der Fall und hier musste ich (bitte nagelt mich jetzt nicht fest, ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher) 4cm verbreitern. Diese fehlenden Zentimeter habe ich dann einfach quick and dirty im Bruch dazu gegeben. Da ja das Rückenteil im Bruch zugeschnitten wird, habe ich das Schnittmuster 2cm vom Bruch weggelegt und somit 4cm Mehrweite im Oberteil hinten bekommen.

Sonst habe ich nur noch die Träger um je 0,5cm gekürzt, das liegt allerdings nicht an der Webware, sondern weil mir vorkommt, dass die Träger bei meiner Jerseyvariante etwas rutschen.

Das blöde, es rutscht jetzt auch bei Webware. Nämlich so, dass ich beim Autofahren dann immer mit einem Carmenkleid drinnen sitze. Auch das kommt nicht von der Webware, sondern leider davon, dass ich so gar nicht daran gedacht habe, dass ich die Knipse für die Träger auch um Mehrweite verrücken muss. Das heißt, das Oberteil ist hinten jetzt um 4cm breiter geworden, die Knipse sitzen aber noch immer dort, wo sie ursprünglich gedacht waren.

Also merken: Verbreitert man das Rückenteil oben müssen auch die Träger versetzt werden weil sie sonst zu weit aussen positioniert sind und deswegen rutschen. Aus Fehlern lernt man oder?

Fazit

Ich hatte jetzt also schon seit Ende Mai Zeit, dass ich die hübschen Kleider trage und ich trage sie tatsächlich sehr oft und sehr gern. Das liegt nicht nur daran, dass ich finde, dass sie auch in großen Größen ein super Dekolleté machen, sondern weil sie im Sommer bei immer mehr wachsendem Bauch perfekt sind. Wenn der Bauch jetzt nicht noch ums dreifache wächst, dann kann ich die Kleider garantiert auch noch bis zum Ende der Saison tragen. Das spart mir einerseits natürlich das extra Nähen für den Bauch und andererseits sind es Kleider, die ich dann auch noch nächsten Sommer tragen kann.

Einzig, was ich persönlich noch gerne bei dem Schnitt gehabt hätte, wäre ein Knips für das Loch zum Durchfädeln des Bindebandes. Oder zumindest eine Hilfestellung wie groß dieses Loch gelassen werden soll da ich bei beiden Kleidern ein zu großes Loch habe und man durch dieses auch die Haut natürlich sieht. Da muss ich noch ein bisschen Nachbessern. Ich denke, auch wenn es sich wenig anhört, aber mehr als 1-1,5cm würde ich das Loch nicht groß machen.

Jersey vs. Webware

Was man auch merkt, Jersey ist bei weitem schwerer als die dünne Bettwäsche aus Webware. Das heißt, wenn der Wind geht, steht man eventuell eher mit einem Bein frei, als wenn man Jersey vernäht. Ich persönlich finde es nicht schlimm. Bei mir ging es maximal so weit, dass ich dann wie Jessica Rabbit ausgesehen habe. Haha. Aber es gibt sicher die eine oder andere, die das eventuell nicht mag. Mit meinem Jersey gab es das Problem nicht.

Was ich bei meinem dritten Kleid allerdings anders machen würde ist, dass ich, auch bei Jersey, die Träger um je 0,5 verkürze und auch auf der Rückseite um gut 1-2cm nach innen versetze weil sie dann einfach besseren Halt haben. Und ich würd auch eher mal Größe 48 versuchen.

Wissenswertes

Schnittmuster
Summer Twist in Größe 50
Stoff
Art de Cat EP von Zwirnpiraten
weiß-orange Bettwäsche von Ikea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.