Ich kann ja nähen, deswegen nähe ich jetzt meine Kleidung selbst
17. Januar 2018
{Werbung} Marnie – ein Mantel im Probenähen
22. Januar 2018

Baumwollstoff ist Baumwollstoff. Ist Baumwollstoff Baumwollstoff?

Ich habe mir gedacht, dass ich einfach mal einen Beitrag darüber schreibe. Als ich zu Nähen begonnen habe, war für mich eigentlich mit dem Begriff „Baumwollstoff“ alles gesagt. Jeder kennt sich aus welchen Stoff man gerade in der Hand hält und keine weitere Erklärung ist notwendig. Dachte ich. Schnell lernte ich aber, dass dem nicht so ist.

Wenn ich Baumwollstoff meinte, dann hatte ich immer ein klares Bild vor Augen. Der Stoff, der für meine Patchworkpolster verwendet wird. Der Stoff, aus dem meine Bettwäsche meistens ist. Der Stoff, der halt einfach nicht dehnbar ist. Oder eben auch nicht.

Baumwolle ist natürlich nur das Material. Es beschreibt aber nicht, was man gerade in der Hand hält. Es gibt nämlich sehr wohl auch Jersey, Jeans, Batist, Fleece und sonstige andere Stoffe, die ebenfalls aus Baumwolle bestehen. Im Bild sieht man zum Beispiel.

So im Nachhinein betrachtet eigentlich ja ganz logisch. Gerade wenn man z. B. Shirts einkaufen geht schaut man meistens ja auch darauf, dass diese zu 100% aus Baumwolle bestehen. Und trotzdem sind es Jerseyshirts und keine Shirts aus Patchworkstoff.

Ich wollte das extra erwähnen, weil man es immer wieder liest, dass manche sagen sie hätten Baumwollstoff hier, aber tatsächlich etwas anderes meinen. Gut, ist mir ja auch Anfangs passiert. Wenn man allerdings in manchen Nähgruppen unterwegs ist, dann könnte man fast annehmen, dass jeder sofort über alles bescheid wissen muss. Manchmal bekommt man einen etwas schärferen Ton zu hören, wenn man nach Baumwollstoff fragt, manchmal auch verwundert, was man denn damit meine. Aber immer irgendwie unangenehm, habe ich das Gefühl. Aber ich lese auch nicht alle Beiträge muss ich zugeben. Deswegen ist das nur ein subjektiv beobachtetes Verhalten.

 

Trotzdem wollte ich es mal erklären. Aber wie nennt man jetzt diesen „Baumwollstoff“ den man da gerade zu Hause oder bei Omas allen Sachen entdeckt hat? Das nennt man klassischerweise Webware. Webware deswegen, weil der Stoff gewebt wird. Wenn man sich den Stoff also unter der Lupe anschaut, so kann man sehen, dass die Fäden abwechselnd mal oben und mal unter dem Querfaden gehen. Eben gewebt.

Schaut man ich den Jerseystoff mal genauer an (und dabei ist es egal, ob man sich Baumwoll-, Viskose- oder Polyesterjersey ansieht), dann sieht man, dass der eigentlich gestrickt ist. Die Vorderseite, das was man immer als rechte Seite bezeichnet, ist glatt gestrickt. Die Rückseite, also die linke Seite, ist verkehrt gestrickt. Mit diesem Wissen eröffnete sich mir endlich das Wissen, nicht mehr die Seiten eines Jerseystoffes zu verwechseln. Davor war das irgendwie für mich immer ein Rätselraten. Jerseystoffe sind im allgemeinen als Wirkware bekannt. Nur falls jemand das Wort schon mal gehört hat.

Hier sehr ihr oben Baumwoll-Jersey, in der Mitte Baumwoll-Webware und ganz unten in weiß, Baumwoll-Bündchen.

Mehr zu dem Thema will ich euch jetzt auch nicht mehr antun. Gibt man den Begriff Web- oder Wirkware in einer Suchmaschine ein, bekommt man die genaue Erklärung wie das ist mit Schuss- und Kettfäden und so.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.