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Dirty Faust – wenn Mephisto auf schmutzige Tänze trifft

„Wollt ihr mit uns mitkommen zu einem Theater der anderen Art?“ so ähnlich kam der Anruf von meiner Schwiegermutter. Aha? Theater immer gut. Andere Art? Klingt interessant. Leider haben wir nur noch 2 bekommen, die uns meine Schwiegereltern netterweise überlassen haben. Wir gehen also zu Nesterval ins Theater. Nesterval? Noch nie davon gehört. Der Titel … Dirty Faust – The Time of their life and death.

Sucht man danach bekommt man zwar schon ein paar Ergebnisse, aber was soll das genau sein und was darf man erwarten? Wir wurden nämlich vorgewarnt, dass es kein Theater sein wird wo man sich nur berieseln lässt.

Am 17. November war es dann so weit.

Eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung durften wir bereits rein und einen ganz ganz kleinen Blick hinter die Kulissen wagen. Der Regisseur und Erfinder von Nesterval, Herr Finnland, hat uns erzählt wie er zu dem Ganzen gekommen ist, wie viele Szenen das Stück hat und dass es ihm natürlich sehr viel Spaß macht.

Nachdem es sich bei Dirty Faust ja nicht um ein übliches Theaterstück handelt, kann es sich auch bei der Location nicht um ein übliches Theater handeln. So wurde hier als Schauplatz das alte Waldkloster am Gellertplatz in Wien gewählt. Schon alleine der Eingangsbereich verspricht einen interessanten Abend zu ergeben.

Geht man dann weiter, kommt man an Beichtstühlen vorbei. Für die Kapelle eines Klosters nicht gerade überraschend. Bei einem Theaterstück allerdings dann doch etwas mysteriös und vielversprechend. Nach der kleinen Einführung durch Herrn Finnland ging es dann für unsere Gruppe ab zur Registrierung. Schließlich begibt man sich ja ins Hotel Nesterval, wo jeder Gast einchecken muss um sein Zimmer zu bekommen.

Die herzliche Begrüßung bekamen wir dann direkt von Hoteldirektor Herrn Josef Nesterval (gespielt von Alkis Vlassakakis). Als unsere Gästekarte ausgefüllt war bekamen wir dann auch gleich unseren Zimmerschlüssel. Leider war das Hotel so ausgebucht, dass wir ein 8 oder 9 Bettzimmer nehmen mussten. Die Zimmernummer war selbstverständlich die zugewiesene Sitzreihe. Zusätzlich zum Zimmerschlüssel bekamen alle noch einen Kuli und ein „Programmheft“ welches wir uns genau durchlesen sollten bevor alles beginnt.

Neben einer kurzen Einleitung über die Geschichte des Hotels gab es auf der Innenseite einen Plan, wer mit wem dann zusammen hängt. Leider war der Plan natürlich nicht ausgefüllt. Das gab es dann während des Abends herauszufinden. Obwohl man die Anweisung bekommen hat, sich nicht nur damit zu beschäftigen, sondern auch die Geschichte einfach auf sich wirken zu lassen.

Wie man sich beim Titel schon denken kann geht es um die Geschichte von Faust und Dirty Dancing. Mit Nesterval’s Dirty Faust wurden die Geschichten von Faust und Dirty Dancing auf eine sehr gute Art miteinander verheiratet und umgesetzt. Da es sich dabei um ein immersives Schauspiel handete, war es notwendig den Schauspielern zu folgen und eventuell natürlich auch selbst mit ihnen zu kommunizieren. Dabei war es aber nicht so, dass 99 Menschen einem einzigen Darsteller folgen. Jedes Zimmer wurde von einem der Schauspieler aufgefordert ihm zu folgen und seine Geschichte mitzuerleben. Um die ganze Geschichte begreifen zu können konnte man aber jederzeit auch zu einem anderen und somit zu einer anderen Szene wechseln. Und weil das noch immer nicht genug war, beschränkte sich die ganze Geschichte nicht nur auf die Kapelle sondern fand im ganzen Gebäude statt. Und das Gebäude ist groß. Sehr groß.

Stiegen rauf, Stiegen runter. Rein, raus. Schnell hintnach oder doch zum anderen Schauspieler wechseln? Welche Personen und welche Beziehungen haben wir jetzt noch nicht mitbekommen und wem wollen wir noch folgen? Viele Entscheidungen die man während dem Abend treffen muss. Ziemlich schnell sonst steht man mitten im Stiegenhaus oder Gang und bekommt gar nichts mit.

Bei der kleinen Einführung durch Herrn Finnland wurde uns erzählt, dass es um die 63 Szenen sind, die an diesem Abend gespielt werden. Man kann sich also ausmalen, dass man nicht alles sieht. Eigentlich schade weil alles wirklich wahnsinnig gut gemacht ist und man als Beobachter eigentlich so gar nichts verpassen will. Dementsprechend schwer ist es dann auch sich in Sekundenschnelle zu entscheiden ob man einer Figur weiter folgen will oder doch zu einer anderen wechselt.

Das Glück ist auf unserer Seite

Nach der Aufführung habe ich mich sofort in den Newsletter eingetragen weil wir uns sicher waren, dass es nicht unser letzter Nesterval war. Und das Glück schien auf unserer Seite zu sein. Nur ein paar Tage später kam schon die Information, dass Nesterval noch für ein paar Termine in die Verlängerung gehen würde. Sofort wurde also der Termin für die Kartenreservierung in den Kalender eingetragen und das Stück im Jänner nochmals angesehen.

Ich kann euch sagen … selbst wenn man die Geschichte schon kennt (aber seien wir uns mal ehrlich … man kennt doch entweder schon beide Geschichten oder zumindest eine davon), war es wieder etwas anderes. Schließlich sieht man sich ja nicht nochmals die gleichen Szenen an, sondern versucht so viel wie möglich von den anderen zu sehen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich manche Szenen schon gerne nochmals gesehen hätte weil sie einfach so lustig waren.

Fazit

Meine Newsletteranmeldung für Nesterval bleibt auf jeden Fall bestehen und ein neuer Kalendereintrag für das nächste Stück ist bereits vorhanden. Was ich ebenfalls recht gut fand war, dass es keine Einschränkungen über Geschlechter Müsste man es kurz machen wären skurril, lustig, witzig, wahnsinnig, einfach super wohl die besten Attribute für dieses Stück.

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